Bad Driburg (red). Die Selbsthilfegruppe pro barrierefrei e.V. spricht sich deutlich für den von der GRÜNEN-Fraktion eingebrachten Antrag zur Einrichtung einer sicheren Querungshilfe auf der Dringenberger Straße aus. Die Initiative sei überfällig und habe bereits vor Jahrzehnten erfolgen müssen, so die Gruppe in einer aktuellen Stellungnahme.
Anlass für die öffentliche Kritik ist das 50-jährige Jubiläum der INTEG Bad Driburg am 24. Mai. Die Einrichtung gilt als zentrale Anlaufstelle für berufliche Inklusion in der Region. Laut Wilk Spieker, dem Vorsitzenden der Selbsthilfegruppe, sei die bestehende Verkehrssituation rund um die INTEG nach wie vor unzureichend für Menschen mit Behinderungen. „Die tägliche Überquerung der Dringenberger Straße ist für viele Nutzerinnen und Nutzer der Einrichtung mit erheblichen Gefahren verbunden“, erklärt Spieker. Dies sei ein Hinweis darauf, dass echte Teilhabe nach wie vor keine Selbstverständlichkeit sei.
Eingeschränkter Fahrdienst und fehlende Barrierefreiheit
Besondere Brisanz erhält das Thema durch die eingeschränkte Nutzungsmöglichkeit des Fahrdienstes, der nur noch mit ärztlichem Attest in Anspruch genommen werden kann. Viele Betroffene sind deshalb auf den Öffentlichen Nahverkehr angewiesen. Die Bushaltestellen in Höhe der INTEG sowie bei der Firma Humborg werden insbesondere am späten Nachmittag stark frequentiert. Die Überquerung der Dringenberger Straße stellt dabei für viele Menschen, insbesondere mit körperlichen oder psychischen Einschränkungen, ein ernstzunehmendes Risiko dar.
Kritik an bisherigen Maßnahmen
Bereits umgesetzte Maßnahmen wie die Umwandlung der REWE-Zufahrt in eine Einbahnstraße reichen nach Ansicht der Selbsthilfegruppe nicht aus, um die Situation grundlegend zu verbessern. Auch die aktuellen Bedingungen an den Bushaltestellen stehen in der Kritik: Diese seien beengt, nicht barrierefrei und böten weder Sitzgelegenheiten noch Witterungsschutz. Die Gruppe fordert daher ein umfassendes infrastrukturelles Konzept, das über Einzelmaßnahmen hinausgeht.
Appell an Stadt und Politik
„Es ist höchste Zeit, dass auf Ankündigungen konkrete Maßnahmen folgen“, betont Spieker. Die Forderung nach sicheren Querungen und barrierefreien Haltestellen sei nicht als freiwillige Leistung zu verstehen, sondern als notwendige Voraussetzung für gleichberechtigte Teilhabe. Eine Stadt, die sich Inklusion auf die Fahne schreibt, müsse hier mit gutem Beispiel vorangehen.
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