Kreis Höxter (red). Steigende Temperaturen können für ältere, pflegebedürftige und chronisch kranke Menschen schnell zur Belastung werden. Hitze kann den Kreislauf, den Flüssigkeitshaushalt und das allgemeine Wohlbefinden deutlich beeinträchtigen. Die Verbraucherzentrale NRW rät deshalb dazu, heiße Tage rechtzeitig vorzubereiten, Warnzeichen ernst zu nehmen und den Alltag an hohe Temperaturen anzupassen. Ute Delimat von der Verbraucherzentrale NRW im Kreis Höxter gibt dazu praktische Hinweise für Betroffene und Angehörige. Ergänzend bietet die Verbraucherzentrale NRW zwei kostenfreie Onlineseminare zu Hitzeschutz und Pflege an.
Warnzeichen bei Hitze ernst nehmen
Hitze wird nach Einschätzung der Verbraucherzentrale häufig unterschätzt, weil erste Beschwerden zunächst unspezifisch auftreten können. Müdigkeit, Schwäche, Schwindel, Kopfschmerzen, Unruhe oder Verwirrtheit können bereits frühe Warnsignale sein. Wer solche Anzeichen bei einer anderen Person bemerkt, sollte schnell reagieren, die betroffene Person in einen kühlen Raum bringen und ihr Getränke anbieten.
Auch starke Blässe, Übelkeit, ein schneller Puls, Muskelkrämpfe oder fehlender Schweiß können auf eine Hitzeerkrankung hinweisen. Bleiben die Beschwerden bestehen oder verschlechtern sie sich, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. In einem Notfall gilt die Rufnummer 112.
Besonders gefährdete Menschen schützen
Nicht alle Menschen reagieren gleich auf hohe Temperaturen. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, chronisch Erkrankte, Pflegebedürftige, Bettlägerige, Schwangere sowie Säuglinge und Kinder. Auch bestimmte Medikamente können die Hitzeverträglichkeit verschlechtern oder ihre Wirkung bei hohen Temperaturen verändern.
Gerade ältere Menschen spüren Hitze oft später oder weniger deutlich. Das Durstgefühl ist häufig vermindert, das Schwitzen funktioniert nicht mehr so gut, und der Körper kann sich schlechter an hohe Temperaturen anpassen. Deshalb ist es wichtig, nicht erst auf Durst zu warten, sondern regelmäßig zu trinken und den Tagesablauf entsprechend zu planen.
Wohnung kühl halten und den Alltag anpassen
An heißen Tagen sollte die Wohnung möglichst kühl bleiben. Hilfreich ist es, früh morgens, abends und nachts zu lüften. Tagsüber sollten Räume nach Möglichkeit verdunkelt werden. Pflegebedürftige Menschen sollten die heißesten Stunden des Tages möglichst in kühlen Räumen verbringen.
Auch der Alltag lässt sich anpassen. Spaziergänge sollten besser in die kühleren Morgen- oder Abendstunden gelegt werden. Körperliche Anstrengung in der Mittagshitze sollte vermieden werden. Arzttermine lassen sich nach Möglichkeit früh oder spät am Tag vereinbaren. Wer unterwegs ist, sollte leichte helle Kleidung tragen, eine Kopfbedeckung nutzen und auf Sonnenschutz achten.
Regelmäßig trinken und Medikamente prüfen lassen
Bei Hitze ist regelmäßiges Trinken besonders wichtig. Geeignet sind Wasser, ungesüßte Tees oder Saftschorlen. Wasser kann mit Obst, Gemüse oder Kräutern geschmacklich ergänzt werden. Alkohol und stark gezuckerte Getränke sind dagegen keine gute Wahl.
Auch die Ernährung sollte an heißen Tagen leicht ausfallen. Sinnvoll sind mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt, etwa Salate, gedünstetes Gemüse, wasserreiche Rohkost, Suppen oder Obst. Bei Pflegebedürftigen sowie Menschen mit Herz- oder Nierenerkrankungen sollte die passende Trinkmenge mit der Ärztin oder dem Arzt abgesprochen werden.
Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte vor einer Hitzeperiode in der Arztpraxis oder Apotheke nachfragen, ob die Arzneimittel bei hohen Temperaturen Probleme verursachen können. Einige Medikamente beeinflussen das Durstgefühl, die Schweißproduktion oder die Kreislaufregulation. Wichtig ist außerdem die richtige Lagerung, etwa kühl und trocken oder nach Vorgabe im Kühlschrank.
Foto: Verbraucherzentrale NRW/adpic