Kreis Höxter (red). Die von TenneT vorgestellten Überlegungen zum Ausbau des Höchstspannungsnetzes könnten erhebliche Auswirkungen auf den Altkreis Warburg haben. Nach derzeitigen Entwürfen wird geprüft, eine neue 380-kV-Leitung zwischen Würgassen und Twistetal zu errichten. Ein möglicher Trassenkorridor würde dabei südöstlich von Borgentreich und Warburg verlaufen.
Die Energielandschaft im Kreis Höxter befindet sich im Umbruch. Durch den massiven Ausbau von Windenergie, Photovoltaik und Batteriespeichern steigen die Anforderungen an das Stromnetz kontinuierlich. „Wenn wir die Energiewende vor Ort zum Erfolg führen wollen, kommen wir um den Ausbau der Infrastruktur auf der Höchstspannungsebene nicht herum. Wir müssen den Ausbau der Stromtrassen massiv beschleunigen, damit der hier erzeugte Windstrom nicht länger ungenutzt bleibt, sondern endlich effizient abtransportiert werden kann. Dafür habe ich mich in den vergangenen Jahren immer wieder stark gemacht.“, erklärt Matthias Goeken, CDU-Landtagsabgeordneter. Die geplante 56 Kilometer lange Trasse sei ein entscheidender Baustein, um die Stromflüsse – insbesondere auch in Ost-West-Richtung – stabil zu halten und die regionale Wertschöpfung durch erneuerbare Energien langfristig zu sichern.
Trotz der technischen Notwendigkeit betont Goeken, dass ein solches Großprojekt nicht über die Köpfe der Menschen hinweg geplant werden darf. Da die Trasse nach aktuellen Entwürfen südöstlich von Borgentreich und Warburg durch den Kreis verlaufen könnte, müssen die betroffenen Bürger frühzeitig mitgenommen werden. „Ein Projekt dieser Größenordnung, das bis zum Jahr 2045 angelegt ist, braucht Akzeptanz. Diese entsteht nur durch maximale Transparenz“, so Goeken.“
Matthias Goeken begrüßt ausdrücklich, dass TenneT erste Pläne bereits in öffentlichen Gremien, wie dem Warburger Bauausschuss am kommenden Montag (18. Mai), vorstellt. Dies dürfe jedoch nur der Anfang eines intensiven Dialogprozesses sein.
Hintergrund:
Der Übertragungsnetzbetreiber TenneT prüft im Rahmen des bundesweiten Netzausbaus den Neubau einer 380-kV-Höchstspannungsleitung zwischen den Umspannwerken Würgassen und Twistetal. Hintergrund sind der steigende Strombedarf sowie der Ausbau erneuerbarer Energien und zusätzlicher Speicherkapazitäten. Die geplante Leitung könnte nach ersten Überlegungen südöstlich von Borgentreich und Warburg durch den Kreis Höxter verlaufen. Konkrete Trassenführungen stehen derzeit noch nicht fest. Das Projekt befindet sich in einem frühen Planungsstadium.